Raddusch

Raddusch Map

100 km von Berlin

Der Ort mit knapp 700 Einwohnern liegt in der Niederlausitz im zum Biosphärenreservat Spreewald gehörenden Oberspreewald. Raddusch war und ist teilweise noch heute von Wenden (Sorben) bewohnt, einem westslawischen Volk mit eigener Kultur, Sprache und Tradition. Der Naturhafen in Raddusch ist der ideale Ausgangspunkt für Kahnfahrten fernab der touristischen Zentren im Spreewald.

Raddusch Hafen
Slawenburg Raddusch Modell

Im 9. und 10. Jahrhundert war die Niederlausitz am westlichen Spreewaldrand überzogen von einem dichten Netz kleiner ringwallförmiger Burganlagen. Eine dieser Slawenburgen steht heute als weitgehend originalgetreue Nachbildung bei Raddusch. Die Burg ist eine von etwa 40 in der Niederlausitz ursprünglich bestehenden ringförmigen Wallanlagen. Diese Burgen waren durch den slawischen Stamm der Lusitzi errichtet worden. Sie dienten als Fluchtburgen für die in unmittelbarer Nähe lebende Bevölkerung. Der Durchmesser der originalen Slawenburg betrug innen 38 Meter und außen 58 Meter. 

Die Burg war eine von etwa 40 bis 50 ringförmigen Wallanlagen in der Niederlausitz. Diese dienten primär als Flucht- und Speicherburgen. Bei Gefahr zog sich die Bevölkerung aus den umliegenden unbefestigten Siedlungen in den Schutz der Wälle zurück. Auch Vorräte und Getreide wurden hier sicher gelagert. Die Anlage in Raddusch war von einem ca. 5,5 Meter breiten Graben umgeben. Durch zwei Tunneltore gelangte man in das Innere des 7 Meter hohen Walls. 963 unterwarf der sächsische Markgraf Gero den Stamm der Lusitzi, so war auch das Ende der Radduscher Burg gekommen. Die Anlage wurde aufgegeben und verfiel mit der Zeit.


Während heute die Hülle aus Eiche und Lehm besteht, verbirgt sich im Inneren ein moderner Betonkern, der ein Museum beherbergt.

Slawenburg Raddusch